Fasnet in Mössingen: Ein Tag mit den Filzhexen
Der Fasnetsumzug in Mössingen war in diesem Jahr größer denn je. Mehr als 63 Gruppen zogen durch die Straßen, jede mit eigener Geschichte, eigenen Farben und eigener Energie. Doch eine Gruppe stach für mich besonders heraus: die Filzhexen Mössingen. Ich durfte sie an diesem Tag journalistisch begleiten – nah dran, mitten im Geschehen, zwischen Tradition, Kreativität und echter Gemeinschaft.
Schon beim Treffpunkt vor dem Umzug wurde klar, wie vielfältig die Gruppe ist. Neben den bekannten großen Hexen standen auch mehrere kleine Hexen bereit, die mit einer Mischung aus Aufregung und Stolz ihre Masken zurechtrückten. Eine der jüngsten Teilnehmerinnen wurde in einem kleinen Wagen mitgeführt, liebevoll geschmückt und von den anderen Hexen gut behütet. Dieser Moment zeigte, wie selbstverständlich die Filzhexen generationenübergreifend zusammenstehen.
Besonders ins Auge fielen zwei außergewöhnlich große Hexenfiguren, die einen selbstgebauten Wagen begleiteten. Die lange Sitzbank mit Rädern – komplett in Eigenarbeit entstanden – war ein echter Blickfang. Robust, kreativ und mit vielen Details versehen, spiegelte sie den handwerklichen Geist wider, der im Verein lebt. Immer wieder blieben Zuschauer stehen, zeigten auf den Wagen, machten Fotos oder nickten anerkennend.
Während des gesamten Umzugs wurde deutlich, wie viel Herzblut in dieser Gruppe steckt. Die Filzhexen sind nicht nur eine Fasnetsfigur, sie sind ein Stück gelebte Tradition. Gegründet wurde der Verein von Susanne Binder, deren Engagement bis heute spürbar ist. Ihr Fundament trägt die Gruppe – und es trägt sie sichtbar gut.
Für mich als Journalist war dieser Tag mehr als nur eine Begleitung. Es war ein Einblick in eine Gemeinschaft, die Tradition nicht nur bewahrt, sondern weitergibt. Eine Gruppe, die Kinder selbstverständlich einbindet, eigene Ideen umsetzt und mit jeder Bewegung zeigt, warum die Fasnet in Mössingen so lebendig ist.
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